Preis einer Rassekatze
 

Warum überhaupt eine Rassekatze? Wer sich für eine Rassekatze entscheidet, wird dafür seine Gründe haben. In den meisten Fällen ist es das Aussehen seiner bestimmten Rasse. Außerdem hat man bei einer Rassekatze, wenigstens bist zu einem bestimmten Grad, auch die Gewissheit, bestimmte Charaktereigenschaften mit zu erwerben, eben rassespezifische Merkmale. Dagegen ist es bei einer Hauskatze immer so ein bisschen die "Katze im Sack". So richtig sicher sein, kann man nie, was einen erwartet.
Wenn man sich noch nie mit dem Preis einer Rassekatze beschäftigt hat, ist man sicherlich im ersten Moment etwas geschockt, wenn man mit einem Mal Preise von €500,00 und mehr hört. Sind doch Hauskatzen gegen eine Schutzgebühr von € 25,00 bis € 100,00 "an jeder Ecke" zu haben. Was macht nun den Preis einer Rassekatze aus?

Zunächst einmal variieren die Preise für Rassekatzen erheblich. Für sehr seltene Rassen oder Moderassen muss oft ein weitaus höherer Preis entrichtet werden, als für andere Rassen. Maine Coon Katzen kosten meist zwischen € 500,00 bis € 950,00 und mehr. Auch hier gibt es jedoch Unterschiede. Wenn man von einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 15 Jahren ausgeht und einen Durchschnittspreis von €600 zugrunde legt, kostet Sie diese Katze gerade einmal 10 Cent am Tag! Nicht viel, für das, was so eine Katze einem gibt, nicht wahr?

Ein Irrglaube ist, dass die Stammbäume den Preis einer Rassekatze ausmachen. Dies ist nur bedingt der Fall. Der Stammbaum an sich kostet nicht viel. Der Preis ist von Verein zu Verein unterschiedlich, er variiert zwischen € 10,00 und € 30,00. Das, was jedoch hinter dem Stammbaum steht, fließt aber auf jeden Fall in den Preis mit ein: Um zu Papieren für sein Tier zu kommen, muss der Züchter sich gewissen Zuchtrichtlinien unterwerfen. Das heißt z. B.: Eine Katze darf erst gedeckt werden, wenn sie mindestens zwölf Monate alt ist, die Anzahl der Würfe ist beschränkt auf maximal 3 innerhalb von zwei Jahren, die Katze muss auf einer Ausstellung mindestens eine "vorzüglich"- Bewertung erhalten haben (nicht in allen Vereinen Vorschrift). Dies unterscheidet den seriösen Züchter schon im Vorwege von wilden Vermehrern, denen die Anzahl der Würfe wichtiger ist, als unter weittestgehender Schonung der Muttertiere geborene quietschgesunde, charakterfeste und dem Standard entsprechende Kitten.

Schon bevor eine Katze gedeckt wird, muss sich der Züchter Gedanken darüber machen, wer denn der Vater seiner zu erwartenden Kitten sein soll. Hier sind Ausstellungsbesuche, Kontaktpflege mit anderen Züchtern, oft lange Telefonate notwendig, bis man den richtigen Züchter gefunden hat. Dann wohnt der "Auserwählte" natürlich nicht unbedingt gleich um die Ecke. Reisekosten fallen an, um seine Katze zum Kater zu bringen, natürlich muss man sie auch wieder abholen. Hier kommen schnell einige Hunderter zusammen. Und dann natürlich die Deckgebühren. Diese liegen im Durchschnitt zwischen € 300,00 und € 750,00.

Selbstverständlich muss auch das Muttertier vor der Deckung etliche Tests und Gesundheitsschecks über sich ergehen lassen, bevor die Besitzer des "Auserwählten" bereit sind, einem die Tür zur Hochzeitssuite zu öffnen. Wieder sind hierfür locker ein paar Hunderter fällig.

Kommt die werdende Mutter dann nach Hause, benötigt sie neben ihrer sonst schon hochwertigen Ernährung besonderes Futter. Die nächsten Wochen und Monate wird sie ausschließlich Kittenfutter zu sich nehmen, da dies noch energiereicher ist und den Kitten einen guten Start ins Leben ermöglicht. Natürlich ist dies teurer, als das normale Futter.

Kommt dann endlich der spannende Moment und die Katze bringt ihre Babys zur Welt, geht es natürlich weiter. Weiterhin gutes Kittenfutter, natürlich sonstige Leckereien und Vitamine, nur das Beste für die junge Mami. Beginnen dann die Kleinen, selbstständig zu werden, kommt man aus dem Staunen nicht heraus, wie groß der Appetit so kleiner Fellbälle sein kann! Und natürlich wird eifrig Katzenstreu in der ganzen Wohnung verteilt! Aus eigener Erfahrung wissen wir, das unser Futtermittellieferant jedes mal leuchtende Augen bekommt, wenn wir einen Wurf haben.

Der nächste, der sich mächtig freut, ist der Tierarzt. Regelmäßige Wurmkuren sind für die Kleinen selbstverständlich, dann kommen die Impfungen. Tierarztkosten sind regional sehr unterschiedlich, so dass man kaum eine genaue Aussage darüber machen kann. Wir lassen im Durchschnitt pro Kitten für Wurmkuren, Impfungen, Untersuchungen, chip- Markierung und Gesundheitszeugnis ca. € 125,00 bei ihm.

Natürlich muss der Züchter auch bekannt machen, dass er Katzenbabys zu verkaufen hat. Hierzu muss er Annoncen in den unterschiedlichsten Zeitungen schalten, die Preise hierfür sind sehr unterschiedlich. Man kann aber davon ausgehen, dass zwischen € 100,00 und € 200,00 Inseratskosten anfallen. Weitere Kosten fallen an für Ausstellungen, Werbematerial, Bewirtung der Interessenten usw.

Dies alles gilt natürlich nur, wenn alles normal verläuft. Gelegentlich muss man auch mit Komplikationen rechnen, die Babys kommen mit Kaiserschnitt zur Welt, die Mutter kann sich nicht um ihre Babys kümmern und man muss alle zwei Stunden mit hochwertiger Kitten-Milch zufüttern usw. Selbstverständlich geht man einmal mehr zum Tierarzt, wenn man nur die geringste Befürchtung hat, irgendetwas könne nicht in Ordnung sein. Dann sind die Kosten für ein Kitten kaum noch kalkulierbar. Würde man dann noch seine eigene Zeit in Rechnung stellen, die man damit verbringt, die Kleinen zu "betüddeln", zu beschmusen, zu füttern und pfötchenhaltend an der Wurfkiste der Mutter zu sitzen, bis auch das letzte Kitten sauber geputzt und quietschfidel an der Zitze saugt - ein Katzenbaby wäre nicht zu bezahlen

Vielleicht habe ich Sie mit diesem Text ein bisschen zum Nachdenken angeregt und etwas dazu beigetragen, ein immer noch vorherrschendes Vorurteil abzubauen: Kein seriöser Züchter wird mit seiner Katzenzucht Reichtümer erwerben! Ganz im Gegenteil. Für die meisten von uns ist Katzenzucht ein Hobby, das mit viel Emotionen und Engagement ausgeübt wird. Geld muss man dabei schon mitbringen, denn kostendeckend kann eine verantwortungsvolle Katzenzucht gar nicht sein!
Viele Züchter verbringen einen Großteil ihrer "katzenfreien" Freizeit damit, sich weiterzubilden. Dies gilt für den medizinischen Bereich, für die Genetik, den Erfahrungsaustausch mit anderen Züchtern usw. Sie haben sich ihrem Hobby mit Leib und Seele verschrieben, denn schließlich sammeln wir keine Briefmarken, die wir nach Lust und Laune hervorholen und wegtun können, wenn wir keine Lust mehr haben, sondern beschäftigen uns mit lebenden Wesen, die uns fordern - am Tag und auch in der Nacht - wenn sie es für nötig erachten. Aber möchten wir sie deswegen missen? Möchten wir die Erfahrung missen, um jedes Gramm eines Neugeborenen gekämpft zu haben und dann die glücklichen Momente zu erleben, wenn es geschafft hat? Nein, sicher nicht. Auch nicht die Tränen, derer wir uns nicht schämen, wenn wir ein Katzenkind zu seinen neuen Besitzern gebracht haben. Um so größer ist dann die Freude, wenn wir hören, wie sehr sich die neuen "Menschomaten" an den von uns mit all unserer Liebe und Fürsorge aufgezogenen Kitten erfreuen.
 

Schnäppchen

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